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Pressemitteilung vom 29. Dezember 2014 - Erste Würdigung für Kulturschaffende geht an zwei Oberrieter

Erstmals verlieh die Politische Gemeinde Oberriet einen Anerkennungspreis für Kulturschaffende. Damit werden Personen gewürdigt, welche sich in besonderer Weise für die Anliegen der Gemeinde Oberriet oder für deren Bewohnerinnen und Bewohner einsetzen. Die erste Ehre gebührt Ruedi Loher und Peter Zünd, welche beide seit mehreren Jahrzehnten unermüdlich die einheimische Kultur und die Brauchtümer fördern.

Sehr viele Personen in unserer Region opfern ihre wertvolle Freizeit für gesellschaftliche Anliegen. Dies passiert meist im Verborgenen und wird oftmals zu wenig gedankt. Mit dem PrixBenevol wurde eine erste Möglichkeit geschaffen, um Danke zu sagen. Dort werden Organisationen und Vereine ausgezeichnet, die sich auf innovative und nachhaltige Weise zum Wohle der Gemeinschaft einsetzen und auch in der Freiwilligenarbeit auf Qualität setzen.

Nun hat die Gemeinde Oberriet einen weiteren Schritt unternommen, indem sie einen Anerkennungspreis ins Leben gerufen hat. Diese Würdigung geht an Persönlichkeiten aus allen Kulturbereichen, an wissenschaftlich, pädagogisch, publizistisch und sozial Tätige sowie an andere Persönlichkeiten, die sich um die Förderung des allgemeinen kulturellen Lebens der Politischen Gemeinde Oberriet besondere Verdienste erworben haben. Die Würdigung soll in einem Zeitabstand von ein bis drei Jahren stattfinden, wobei je maximal zwei Personen geehrt werden.

Im Dezember 2014 wurde der Anerkennungspreis erstmals verliehen. Dieser durfte mit Ruedi Loher und Peter Zünd an zwei Persönlichkeiten übergeben werden, welche sich beide mit enormem Engagement und Leidenschaft für das kulturelle Erbe unserer Gemeinde eingesetzt haben. Die unzähligen Projekte und Verdienste der beiden Oberrieter zu nennen, würde Seiten füllen. Den Preis verdient haben sie insbesondere aufgrund folgender Funktionen:
  • Ruedi Loher könnte man den Übernamen „Brauchtumserwecker“ geben, hat er sich doch an vorderster Front z.B. für die Wiedereinführung des Eierlesefestes sowie die Altjohrusschälleta eingesetzt. Den alten Brauch „Bleandastöba“ hat er einmalig wieder ins Leben gerufen.
  • Peter Zünd war Mitgründer des Vereins „Museum Rothus“ im Jahre 1973 und wesentlich an der Eröffnung des Museums im 1975 beteiligt. In den letzten Jahrzehnten hat er viele Geschichten aufgearbeitet und den kommenden Generationen wertvolle Kunstschätze erhalten.

Der Gemeinderat dankt Ruedi Loher und Peter Zünd herzlich für ihren unermüdlichen Einsatz zu Gunsten der Gemeinde Oberriet und wünscht ihnen für die Zukunft alles Gute.

Was ist Bleandastöba?
Bleandastöba war bis Mitte des 20igsten Jahrhunderts eine Art Volksjustiz. Diejenigen Männer oder Frauen, welche den Ehepartner geschlagen haben, wurden von den Nachtbuben (= ledige Burschen) im Dorf verspottet. Deren Name wurde vom Berg gerufen und dazu wurde ein Höllenlärm veranstaltet.

In den Vierzigerjahren ist es zu immer mehr Reklamationen gekommen, bis im Jahre 1950 der Brauch zum letzten Mal durchgeführt wurde. Damals wurde den jungen Burschen von Seiten des Gemeinderates eine Kiste Bier versprochen, sofern sie auf’s Bleandastöba verzichten. Die Befürworter des Brauches jedoch boten zwei Kisten. Nach dem Genuss dreier Kisten Bier wurde der Anlass zum letzten Mal durchgeführt.

Die Durchführung des Bleandastöbas ist heute nicht mehr vorstellbar. Jedoch erinnert der Name einer Oberrieter Guggenmusik sowie der Brunnen gegenüber dem Rathaus noch heute an diesen alten Brauch.
Peter Zünd, Rolf Huber, Ruedi Loher
 

Datum der Neuigkeit 29. Dez. 2014