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Alpviehsömmerung 2015 im Kanton St.Gallen / Vorarlberg

Bei den „Vorschriften betreffend den Auftrieb von Vieh auf Alpen und gemeinsame Weiden des Kantons St.Gallen, kurz Alpfahrtsvorschriften, werden die erweiterten Untersuchungen wegen der Tuberkulose-Gefahr für in Vorarlberg gesömmertes Rindvieh beibehalten.

BVD (Bovine Virus-Diarrhoe)
Es dürfen nur Rinder aufgeführt, die keinen Sperrmassnahmen unterliegen. Sämtliche Aborte und Totgeburten sind auf jeden Fall auf BVD untersuchen zu lassen.

Sömmerung Vorarlberg
Für die Sömmerung in Vorarlberg ist wie immer ein spezielles Sömmerungszeugnis notwendig, welches frühzeitig beim Tierarzt eingeholt werden muss.
Die Formalitäten sind möglichst frühzeitig abzuwickeln, weil das ausgefüllte Zeugnis über den Tierarzt an den Veterinärdienst zur Verifizierung einzusenden ist. Der Tierhalter erhält dieses vom Veterinärdienst direkt per Post zugestellt.
Zusätzlich ist für alle Tiere ein Zusatzformular mit den Besamungsdaten nötig.

BVD
Sämtliche Tiere müssen über ein BVD Virus-negatives Resultat verfügen, dies betrifft auch Tiere, welche nach dem 01.01.2013 geboren worden sind.
Innerhalb von 14 Tagen nach der Rückkehr müssen alle trächtigen Tiere mittels Blutproben auf BVD-Abwehrstoffe (Antikörper) untersucht werden. Bis zum Vorliegen aller negativen Resultate darf kein Tier verstellt werden. Antikörper positive Tiere werden unter Verbringungssperre gestellt bis zur Widerlegung oder zum vorzeitigen Ende der Trächtigkeit, oder bis die virologische Untersuchung des Kalbes oder der Totgeburt einen negativen Befund ergeben hat.
Sämtliche Kosten, die aus diesen Untersuchungen entstehen, werden vom Kanton getragen.

IBR
Innerhalb von 14 Tagen nach der Rückkehr müssen alle im Ausland gesömmerten Tiere mittels Blutproben auf IBR-Abwehrstoffe (Antikörper) untersucht werden. Bis zum Vorliegen aller negativen Resultate darf kein Tier verstellt werden. Die Laborkosten werden vom Kanton St.Gallen übernommen.

Tuberkulose
Die Situation in Vorarlberg betreffend Hirschtuberkulose (Tbc) ist nach wie vor kritisch. Insbesondere im Kloster- und Silbertal sind mehr als 10% der untersuchten Hirsche mit Tbc infiziert. Es gibt aber auch Einzelfälle im Kleinwalsertal an der Grenze zum Allgäu.

Bei der Volluntersuchung aller Rinder (51'000) im Vorarlberg sind 7 mit Tuberkulose infizierte Rinder in 6 Betrieben gefunden worden. Drei Betriebe liegen im Kloster- und Silbertal. Die Rinder haben sich vermutlich bei der dortigen Alpung im Kerngebiet der Tbc angesteckt. Für zwei Betriebe liegt der Grund der Ansteckung vermutlich bei der Alpung an der Grenze zum Allgäu.

Um wechselseitigen Krankheitsübertragungen von Hirschen zu Rindern vorzubeugen, sind Schutzmassnahmen zu treffen. Der Alpverantwortliche hat in Absprache mit der Wildhut Weide-Hygienemassnahmen, insbesondere die geeignete Platzierung von Brunnentrögen, Salzlecken und Futtervorlagen, einzurichten.

Bestände, in welche Tiere der Rindergattung aus Vorarlberg zurückkehren, werden ab der Rückkehr unter amtstierärztliche Überwachung (ATÜ) und unter Verbringungssperre gestellt. Frühestens acht Wochen nach der Rückkehr in die Schweiz werden sämtliche gesperrten Tiere der Rindergattung durch das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen einer Untersuchung auf Rindertuberkulose mittels Hauttuberkulintest unterzogen. Die ATÜ wird vom Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen aufgehoben, wenn keine fraglichen oder verdächtigen Testergebnisse festgestellt werden. Sämtliche Kosten gehen zu Lasten des Tierhalters. Im Seuchenfall werden für Tierverluste keine Entschädigungen geleistet.
Die Sömmerungszeugnisse für Vorarlberg sind rechtzeitig über den Tierarzt zu organisieren.

Weitere Informationen erhalten die Tierhaltenden bei Ihrem Tierarzt oder über die Homepage des Veterinärdienstes www.avsv.sg.ch.

TVD Ab- und Zugangsmeldung für Sömmerungstiere
Sämtliche Zu- und Abgänge sind durch den Alpverantwortlichen der TVD über das Portal
www.agate.ch innerhalb von 3 Arbeitstagen zu melden.
Aufgetriebene Schweine müssen von den Alpbewirtschaftern der TVD ebenfalls via das Portal www.agate.ch oder mittels einer Karte gemeldet werden. Dabei reicht es, pro Meldung die Anzahl Schweine, den Herkunftsbetrieb und das Datum des Zugangs anzugeben.
Pferde: Der Equideneigentümer muss die Standortveränderung über www.agate.ch auf den Sömmerungsbetrieb melden, sofern diese länger als 30 Tage dauert.

Die Vorschriften können
- auf den Gemeinderatskanzleien und bei den Tierärzten eingesehen werden,
- beim Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen, Blarerstrasse 2, 9001 St.Gallen (058 229 28 70) angefordert oder
- unter www.avsv.sg.ch -> Tierverkehr -> Sömmerung abgerufen werden.

Veterinärdienst des Kantons St. Gallen
März 2015

Datum der Neuigkeit 9. Apr. 2015