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5-fach lebenswert

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Amphibienwanderung

VORWORT
Amphibien, griechisch für "auf beiden Seiten lebend", sind wechselwarme Tiere, die sowohl im Wasser als auch an Land leben. Die meisten von ihnen sind auf die Existenz von zumindest zeitweilig vorhandenen Gewässern angewiesen. Zur ältesten Klasse der Landwirbeltiere gehören beispielsweise Kröten, Frösche, Molche und Salamander. Zahlreiche Arten sind in ihrem Bestand gefährdet. Ein Grund dafür ist, dass ihre Lebensräume – Feuchtgebiete, Tümpel, stehende Gewässer – zunehmend verschwinden, Wanderwege durch Strassen, Mauern und Zaunsockel zerschnitten oder Kellerschächte zu tödlichen Fallen werden.
Auch bei uns in Oberriet wandern verschiedene Arten im Frühjahr, je nach Witterung von ca. Ende Februar bis Mitte Mai, von ihren Winterquartieren in Wäldern zu den Laichplätzen im Wichensteinerseeli und der Lehmgrube Hilpert. Beide Laichgebiete sind besonders schützenswert und von nationaler Bedeutung, sollen sie doch dem längerfristigen Überleben und der Wiederansiedlung gefährdeter Amphibienarten der Schweiz dienen.

WANN WANDERN SIE?
Die Wanderung wird von der Lufttemperatur und Feuchtigkeit bestimmt. Sie beginnt, sobald in feuchten Nächten die Temperaturen wenige Grad über der Nullgrenze liegen. Die Wanderungen finden in Schüben statt, hauptsächlich an milden Abenden oder nach warmen Frühlingsgewittern, wenn die Temperatur zwischen Einbruch der Dämmerung (Winterzeit ab ca. 19 Uhr, Sommerzeit ab ca. 20 Uhr) und Morgendämmerung über 6° liegt. Ziel der Oberrieter Amphibien ist der Wichensteinersee und die umliegenden Gewässer. Leider sind dabei einige Strassen zu überqueren und nicht selten werden die Tiere von Autos überrollt. Mindestens ebenso viele Tiere sterben jedoch wegen zu schnell fahrender Fahrzeuge. Geschwindigkeiten über 20 km/h lösen im Innern des Krötenkörpers eine Implosion aus, die Kröte stirbt langsam und qualvoll, wobei sie ihre Innereien erbricht.
Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Vereins "Oberrieter Natur" versuchen die Verluste so gering wie möglich zu halten und lesen nach Einbruch der Dunkelheit die Kröten von der Strasse auf und bringen sie sicher auf die andere Seite oder gleich zu den Gewässern.
In einer typischen "Wandernacht" wandern bis zu 150 Kröten auf der Kellenstrasse!

WIE KÖNNEN WIR DIE TIERE SCHÜTZEN?
Das Bauamt Oberriet stellt jedes Jahr Hinweisschilder auf. Bitte respektieren Sie die Hinweise und halten Sie ein eventuelles Fahrverbot ein. Betroffen sind vor allem folgende Strassen:

Kellenstrasse, Brunnackerstrasse, Bergstrasse Richtung Kobelwald

Strassen als Wanderrouten sind wegen ihrer Übersichtlichkeit (Männchen lauern auf Weibchen) und Wärme sehr beliebt. Die Oberrieter Kröten gelangen über Berg- und Brunnackerstrasse sowie Kronengasse zur Kellenstrasse, wo sich Paare bilden, die so zum Seeli wandern. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 3 Minuten pro Meter kommen die Tiere sehr langsam voran. Amphibien sind vom Auto aus sehr schwer zu erkennen. Der beste Schutz ist also, Strassen, die Wanderrouten kreuzen, nach der Dämmerung bis jeweils am Morgen zu meiden. Wenn Sie die Strassen doch befahren müssen, fahren Sie in Schrittgeschwindigkeit und umfahren Sie alles, was auf der Strasse liegt.
Männliche Kröten sitzen meist aufrecht und sehen wie ca. 5 cm grosse Dreiecke aus. Frösche und weibliche Kröten hingegen sitzen geduckt und sehen einem grossen, dürren Ahornblatt sehr ähnlich, während Molche kleinen, ca. 10cm langen, schwarzen Holzstücken gleichen.
Bei Temperaturen über 10° bewegen sich die Tiere, bei kühleren Temperaturen bleiben sie relativ starr.

Bitte helfen Sie mit, diesen für uns Oberrieter legendären Tieren das Überleben zu ermöglichen und zu sichern. Herzlichen Dank!

Bei Fragen steht Ihnen Alex Steiger gerne zur Verfügung.

Dokument Infoblatt_Amphibien.pdf (pdf, 231.9 kB)


Datum der Neuigkeit 28. Feb. 2018