Pressemitteilung vom 27. Februar 2020 - Seit Jahren mit Leib und Seele Samariter

Ruth Bischofberger aus Oberriet und Roland Wetli aus Au sind für den begehrten Titel «Samariter des Jahres» nominiert. Beide sind seit Jahren aktiv im Verein und investieren einen grossen Teil ihrer Freizeit für das Samariterwesen. Am 7. März wird entschieden, wer den Titel gewinnt.

Der Samariterverband St.Gallen-Fürstentum Liechtenstein verleiht am 7. März in Bazenheid für besondere Leistungen den Titel «Samariter des Jahres 2019». Unter den fünf Nominierten sind mit Ruth Bischofberger aus Oberriet und Roland Wetli aus Au gleich zwei Rheintaler. Beide wurden von ihren Vereinskolleginnen und -kollegen zur Wahl angemeldet. Ruth Bischofberger gehört seit 1977 dem Samariterverein Oberriet an und präsidiert diesen seit 21 Jahren. Allein dies zeigt, wie eng sie mit dem Verein verbunden ist. «Früher hatte der Samariterverein ein «Pflästerli»-Image. Von diesem sind wir dank modernem Profimaterial weggekommen. Heute stehen bei uns nebst einem Defibrillator auch Sauerstoff und Vakuumunterlagen als Hilfsmittel zur Verfügung», erklärt Ruth Bischofberger, die während 15 Jahren als Samariter-Instruktorin amtete. Ein Ereignis von einem Sanitätsdienst-Einsatz bleibt ihr besonders in Erinnerung: «Vor vier Jahren durfte ich einem jungen Ringer nach einem Herzstillstand das Leben retten.» Eine Geschichte, die damals in den Medien grosse Beachtung fand.

Leben retten als Hobby
Ein anderer Vorfall ereignete sich an einem Vereinsanlass, an dem ein Mitglied einen Herzinfarkt erlitt. Dank der sofortigen Hilfe konnte die Vereinskollegin gerettet werden. «Sie hatte Glück im Unglück, dass sie sofort medizinische Hilfe bekam», erklärt Bischofberger. Trotz ihren 73 Jahren leistet die rüstige Rentnerin noch regelmässig an verschiedenen Anlässen Sanitätsdienst, vermittelt ihr Wissen als Samariterlehrerin an Kursen, organisiert Übungen und sorgt sich für die administrativen Belangen des Vereins: «Das Samariterwesen bedeutet mir alles. Trotzdem war ich vollkommen überrascht, als mir mitgeteilt wurde, dass ich als Samariterin des Jahres nominiert wurde.» Ähnlich erging es Roland Wetli: «Ich habe gestaunt, als ich den Anruf erhalten habe und darüber orientiert wurde, dass ich zu den fünf Finalisten gehöre.» Der 67-jährige Samariter ist seit 44 Jahren im Samariterverein Au und präsidierte diesen von 1998 bis 2008. In dieser Zeit gründete er mit der Help-Gruppe die Jugendorganisation der Samariter. Noch heute ist er Help-Leiter und gestaltet Übungen mit viel Spannung, Spiel und Plausch: «Ich bin nach wie vor mit Leib und Seele dabei.» Heute zählt die Help-Gruppe 17 Mitglieder, die sich regelmässig treffen und spielerisch an die Erste Hilfe geführt werden. Sowohl die Kinder als auch deren Eltern sind dankbar für Wetlis Einsatz und bezeichnen ihn als «bester Help-Leiter».

Wertvolle Begegnungen
In seiner Zeit als Samariter hat Roland Wetli bereits drei Reanimationen durchgeführt. Eine davon leider erfolglos: «Dieses Ereignis ging mir lange Zeit sehr nahe. Heute wissen wir, wie in einem solchen Fall umgegangen werden muss, um das Erlebte zu verarbeiten. Das war in den 70er-Jahren noch nicht so. Auch diesbezüglich wurden die Samariter professioneller.» An Postendiensten nutzt Roland Wetli die Gelegenheit für «seinen» Verein zu werben. Bei den Samaritern steht nicht die Einzelleistung im Vordergrund, sondern das Menschenleben und die Gemeinschaft: «Was bei uns gelernt wird, kann man im Alltag brauchen.» Einige der Jungsamariter und Samariter haben ihr Hobby inzwischen zum Beruf gemacht. «Aus unserem Verein entstammen bereits ein Arzt und drei Rettungssänitäter. Nur daher hat sich mein Einsatz für den Samariterverein schon gelohnt», sagt Roland Wetli voller Stolz. Für ihn sind die verschiedenen Begegnungen und die Dankbarkeit der Patienten das Wertvollste: «Manchmal kommen ehemalige Patienten ein Jahr später wieder an denselben Anlass und bedanken sich bei mir für die Hilfeleistung. Solche Erlebnisse motivieren.» Auch wenn Roland Wetli ganz zufrieden ist mit seiner Samaritertätigkeit, etwas würde er sich noch wünschen: «Es wäre schön, wenn die Öffentlichkeit mehr Interesse an der Ersten Hilfe zeigen würde und sie selber helfen könnte. Trifft einmal ein Notfall ein, wird rasch nach der Rettung gerufen. Schön wäre, wenn möglichst alle als Ersthelfer sich um Patienten sorgen könnten.» Auch der Wunsch von Ruth Bischofberger geht in dieselbe Richtung: «Samariter und Ersthelfer dürften mehr Anerkennung bekommen.»

Wer weiss, vielleicht erhält einer der beiden nominierten Rheintaler Samariter am 7. März Anerkennung in Form der Auszeichnung «Samariter des Jahres». Diese ging übrigens vor zwei Jahren schon einmal ins Rheintal. Damals wurde Esther Näf aus Widnau als «Samariterin des Jahres» ausgezeichnet.


Die beiden Samariter Ruth Bischofberger (r.) und Roland Wetli (l.) sind für den Titel «Samariter des Jahres» nominiert. Beide stehen seit über 40 Jahren in ihrem Verein im Einsatz und opfern einen Grossteil ihrer Freizeit für die Sicherheit der Mitmen-schen. Foto: Ralph Dietsche
Die beiden Samariter Ruth Bischofberger (r.) und Roland Wetli (l.) sind für den Titel «Samariter des Jahres» nominiert. Beide stehen seit über 40 Jahren in ihrem Verein im Einsatz und opfern einen Grossteil ihrer Freizeit für die Sicherheit der Mitmen-schen. Foto: Ralph Dietsche

Datum der Neuigkeit 27. Feb. 2020
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Gedruckt am 13.08.2020 08:07:56