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Erlebnisraum Montlinger Bergli


Das Montlinger Bergli ist von geologischer, religiöser, erdgeschichtlicher, kultureller und touristischer Bedeutung. Es bietet Naherholung vor der Haustüre und ist auch aus naturschützerischer Sicht wichtig. Es stellt einen wesentlichen Trittstein zwischen dem Rhein und den Naturschutzgebieten in der Talebene dar. Ebenso ist die Betrachtung des Berglis aus landschaftsästhetischer Sicht bedeutend, dies gilt sowohl für die Einblicke wie für die Ausblicke.

Aussichtssteg
Aussichtssteg

Geschichte

Montlingen erhielt seinen Namen durch den kleinen Inselberg monticulus (übersetzt: kleiner Berg) mitten im Dorf. Hier begann die Geschichte des Dorfes. Vor über 3'000 Jahren bildete sich auf dem Montlinger Bergli die erste Interessengemeinschaft. Der Inselberg bot den bis hierher aus dem Süden eingewanderten Ur-Rätern Geborgenheit und Schutz vor den Rheinüberflutungen. Sie wurden später von den aus Norden nachrückenden Alemannen verdrängt. Diese brachten nebst vielen Sitten und Gebräuchen das Deutsche als Muttersprache zu uns. Noch heute erinnern unsere urchigen Dialekte an diese Vorfahren.

Verschiedenste Schutzgebiete/-gegenstände auf kleinster Fläche

Beim Montlinger Bergli vereint sich auf kleinster Fläche eine enorme Vielfalt an Fauna und Flora sowie auch an wunderschönen Landschaftsbildern. Um diese zu schützen und zu erhalten wurde das Gebiet in die Schutzverordnung aufgenommen – dies in mehrfacher Hinsicht.

So ist beispielsweise die grossflächige Krone des Berges als «Landschaftsschutzgebiet Montlingerberg Objekt Nr. 15» im Natur- und Landschaftsschutzinventar der Gemeinde Oberriet verzeichnet. Im Inventar wird erklärt, dass die wenigen verbleibenden Magerstandorte durch die Nutzungsintensivierung bedroht sind. Als Schutzziel wird der Erhalt der landschaftlichen Vielfalt, ein standortgerechter Waldbau sowie die Eindämmung der Nutzungsintensivierung genannt.

Das Flachmoor am nördlichen Fuss des Montlinger Berglis ist zudem als «Naturschutzgebiet Kolbenstein Objekt Nr. 16» im Natur- und Landschaftsschutzinventar aufgenommen. Es handelt sich hier um eine für die Region einzigartige Flachmoorvegetation (Gross- und Kleinseggenbestände) mit vielen seltenen und bedrohten Arten wie Wohlriechender Lauch, Sibirische Schwertlilie, Gemeine Sumpfwurz sowie Hain-Segge mit dem voraussichtlich grössten Bestand im Kanton. Diesen eindrücklichen Flecken Natur gilt es zu erhalten. Das Interesse in der Bevölkerung, aber auch das Verständnis für solch wertvolle Schutzobjekte zu fördern, war ein Ziel des umgesetzten Entwicklungskonzepts.

Sowohl auf als auch am Rande des Montlinger Berglis hat es zahlreiche geschützte Hecken und Einzelbäume. Zudem hat es zwei eindrückliche Felswände, welche ebenfalls unter Schutz stehen. Diese Schutzobjekte sind nicht nur für das Landschaftsbild bedeutend, sie sind auch unentbehrlich als Lebensraum für viele Tierarten.

Archäologie

Das Montlinger Bergli ist in der Schutzverordnung als archäologisches Schutzgebiet eingetragen. Dies infolge äusserst wertvoller Funde einer prähistorischen Höhensiedlung von Ur-Rätern. Grössere Ausgrabungen fanden in den 1920er Jahren unter Hans Bessler und in den 1950er-Jahren statt. Unter anderem wurden künstlerisch geformte Keramik (Melaunertopf), Gefässe der Urnenfelderkultur und Schmuckgegenstände aus Bronze (ca. 1'300 – 800 v.Chr.) gefunden. Noch heute kann der grosse Verteidigungswall vor Ort besichtigt werden. Diese prähistorische Höhensiedlung gehört zu den Kulturgütern von nationaler Bedeutung.

Geotope

Der Inselberg ist im Geotopverzeichnis 2003 als Objekt von regionaler Bedeutung wie folgt erfasst: «Inselberg in der Rheinebene: Abgeschertes Schichtpaket der Säntis-Decke, durch den Rheingletscher rundhöckerartig überschliffen; prähistorische Funde». Geotope sind schützenswerte geowissenschaftliche Naturdenkmäler. Sie erzählen uns von der Entwicklung der Landschaft, des Klimas und des Lebens, vom Werden und Vergehen der Gebirge und vom Entstehen der Gesteine. Die Geotope sind der Nachwelt als Naturdenkmäler zu erhalten. Sie sind vor Einflüssen zu bewahren, die ihre Substanz, Struktur, Form und natürliche Weiterentwicklung beeinträchtigen.

Wertvolle Zusammenarbeit mit Rheinunternehmen und Ortsgemeinde Montlingen

Ein Grossteil der Bodenflächen auf dem Montlinger Bergli befindet sich im Grundeigentum des Rheinunternehmens des Kantons St. Gallen sowie der Ortsgemeinde Montlingen.

Entwicklungsprojekt Montlinger Bergli

An der Bürgerversammlung 2017 wurde das Projekt «Erlebnisraum Montlinger Bergli» gutgeheissen. Bis Ende 2018 konnten praktisch alle Arbeiten für die ökologische und kulturelle Aufwertung des Erholungsraums umgesetzt werden. Am 9. Mai 2019 wurde das Projekt im Rahmen einer Eröffnungswanderung der Bevölkerung offiziell übergeben.

Das Montlinger Bergli sollte in seiner Gesamtheit ökologisch aufgewertet und attraktiver gestaltet werden, v.a. galt es dem heutigen und zukünftigen Erholungsbedarf Rechnung zu tragen und dabei die landschaftlichen Qualitäten zu präzisieren. Im Zusammenspiel mit dem Blattenberg sollte ein weiterer Erlebnisraum geschaffen und entwickelt werden, welcher auch überregional stärker wahrgenommen wird. Zudem stand der Erhalt und die Förderung der alten Kulturlandschaft im Zentrum.

Massnahmen

  • Bereits seit 2017 ermöglicht ein Holzsteg tiefere Einblicke in das Naturschutzgebiet Kolbenstein.
  • Im 2018 wurde der baufällige Stall auf dem Bergli abgebrochen und durch einen neuen Holzbau ersetzt. Der Neubau mit seiner ansprechenden Umgebungsgestaltung kann zukünftig als multifunktionaler Ausstellungs-und Schulungsraum genutzt werden. Seine primäre Funktion liegt allerdings darin, den Besuchern die Geschichte des Montlinger Berglis näher zu bringen. Die Innengestaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Museumsverein Montlingen.
  • Oberhalb der Felswand wurde ein Aussichtssteg erstellt, welcher eine atemberaubende Aussicht auf das Naturschutzgebiet Kolbenstein sowie in Richtung Kriessern eröffnet. In diesem Bereich werden zudem Ruhemöglichkeiten zur Verfügung gestellt.
  • Die Aufwertung im Bereich Ökologie zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Projekt. So wurden beispielsweise diverse Trockensteinmauern gebaut, insbesondere in der näheren Umgebung der St.-Anna-Kapelle. Diese dienen als wertvolle Lebensräume für Pflanzen, Kleintiere und Reptilien. Im Speziellen bestand das Ansinnen jedoch darin, hier Nist- und Bruthöhlen für die beiden Leitarten und damit für die Zauneidechse sowie den Wiedehopf zu schaffen.
  • Auch kommt den natürlichen Felsaufschlüssen eine wichtige Funktion zu, dienen diese doch als Sonnenbänke für Eidechsen und Tagfalter. Zudem nutzen Kleinlebewesen deren Nischen und Ritzen als Unterschlupf sowie als Lebensraum. Aufgrund deren Bedeutung wurden mehrere Felsbereiche auf dem Montlinger Bergli freigelegt.
  • Das Montlinger Bergli ist mit dem Laugenerweg neu auch von Norden bzw. vom Gebiet Kolbenstein her erschlossen. Dem Gemeinderat ist bewusst, dass die neue Wegverbindung ziemlich steil ist. Dies ist allerdings vertretbar in Anbetracht, dass die anderen vier Zubringer auf das Bergli weniger anspruchsvoll sind. Auf der Berglikuppe wurde eine Rundwegverbindung erstellt, wodurch neue Ausblicke an bisher unerschlossene Stellen ermöglicht werden.
  • Ein Ziel des Projekts bestand darin, die Aufenthaltsqualität zu steigern und den Besuchern eine schöne Zeit auf dem Montlinger Bergli zu bescheren. Unter diesem Aspekt wurde die Grillstelle vor der St.-Anna-Kapelle aufgepeppt. Diese lädt zusammen mit den neuen Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein.
  • Im Weiteren wird demnächst eine sogenannte Wegmarke des Balgacher Künstlers Ivo Herrsche platziert. Es ist ein Kunstwerk, das als Siegerprojekt aus dem Wettbewerb der Fachgruppe Siedlung und Landschaft des Vereins St. Galler Rheintal hervorgegangen ist. Das Siegerprojekt «Aussichtsfenster» besteht aus übereinander getürmten Fenstern, die mit – auf den Standart angepasste – Holzarten gestaltet sind. Durch die Fenster sieht man in verschiedene Richtungen auf die Schönheiten der Region.
  • Mit einem neuen Leit- und Informationssystem sollen die Besucher einerseits durch den Erholungsraum geführt und andererseits auf eine Reise in die Vergangenheit mitgenommen werden. Darin sollen mit spannenden Artikeln die verschiedenen «Perlen» auf und um das Montlinger Bergli erklärt werden.

Weitere Informationen zum Montlinger Bergli finden Sie unter www.montlingerbergli.ch. Ausserdem lüftet dieser Pfalzbrief die Geheimnisse des Montiger Berglis.

 

 

 
Montlinger_Bergli_-_Massnahmen.pdf (8639.9 kB)